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Gestaltung der Aussenräume in Abstimmung mit der Stadt Wetzikon

Die städtische Situation erfordert rund um den Oberländer Märt und auf seinem Dach vielseitige Aussenräume, die Funktion und Atmosphäre verbinden. Auf der Stadtebene reagiert die Aussenraumgestaltung mit einer offenen Abfolge klar definierter Raumtypen auf die umliegenden Räume und auf die Nutzungsbedürfnisse innerhalb des Perimeters. Dafür arbeitet die Migros Ostschweiz eng mit der Stadt Wetzikon zusammen. Auf der Dachebene des dritten Obergeschosses liegt ein öffentlich zugänglicher, gemeinschaftlicher Garten, der über das Leben des Siedlungsraums hinweg ins Zürcher Oberland blicken lässt.

Gestaltung Vorplatz und Umgebung

Rund um den Oberland Märt entsteht ein Kontinuum öffentlicher Aufenthalts- und Bewegungsräume. Ihr Herzstück ist der lebendige Platz zwischen dem Haupteingang des Oberland Märts und der Bahnhofstrasse. Er ist repräsentative Adresse, städtischer Platz und durchgängige Fussgängerverbindung, bietet Raum für Aufenthalt, Begegnung, Anlässe und den Markt. Seine Gestalt und Funktion soll ihn zusammen mit dem Löwenplatz jenseits der Bahnhofstrasse zu einem Kern des Stadtzentrums Oberwetzikon machen. Um den umfassenden Ansprüchen an den Ort gerecht zu werden, bezieht die Platzgestaltung über den eigentlichen Perimeter hinaus auch die Nachbarparzellen ein. Die Platzgestaltung ist in diesem Sinne offen und integrativ. Sie aktiviert den Raum vor den bestehenden Gebäuden und verbindet alle Baukörper zu einem um den Platz gruppierten Ensemble. Zudem gestattet sie eine räumliche und gestalterische Verknüpfung mit dem Löwenplatz. Dessen Neugestaltung erfolgt in Abstimmung mit dem Vorplatz des Oberland Märts. Eine Umplatzierung der Bushaltestelle und ihres Wartehäuschens im Sinne des übergreifenden Platzraums wird in einer Machbarkeitsstudie seitens der Stadt Wetzikon geprüft. Seine offene, den ganzen Perimeter und die Strasse überspannende Raumwirkung erhält der Platz durch wenige räumliche Elemente und einen Bodenbelag, dessen lineares Muster die zwei wichtigen Richtungen betont: die Längsverbindung zwischen Bahnhofstrasse und Haupteingang und die Querverbindung für den Langsamverkehr in Ost-West-Richtung. Ein Belag aus Werkbetonplatten - deren Materialisierung in Verbindung mit der Fassadengestaltung entwickelt wird - prägt den Eingangsbereich des Oberland Märts, Asphalt den strassennahen Bereich. Auf dem Platz verzahnen sich die Beläge. Lange Sitzbänke in Gehrichtung stärken die Verbindung zwischen dem Einkaufszentrum und der Bahnhofstrasse. Sie bieten Sitzgelegenheit, ohne der Hauptbewegungsrichtung im Weg zu stehen. Die dreidimensionalen Platzelemente – Baumgruppen und die Fahrradunterstände – machen die Fläche zum Raum, verleihen ihr Tiefe und Perspektive, sorgen für Schatten und Aufenthaltsqualität. Die Fahrradunterstände sind eine spezifisch für den Standort entwickelte Architektur, die angemessen auf den Oberland Märt und die Platzgestaltung reagiert.

Zahlreiche Bäume sind auf dem Platz in einem spannungsvollen Spiel von Gruppe und Solitär positioniert. Die kräftigen Baumkörper sind das verbindende Element, das rund um den Oberland Märt immer wieder auftaucht. Auf dem Platz wechseln sich mächtige Platanengruppen in Kiesflächen mit zarten, weissblühenden Zierkirschen in Staudenpflanzungen ab. Während die Kiesflächen im Platanenschatten begehbare Aufenthaltsräume mit Sitzgelegenheiten sind, wurden die Pflanzflächen mit den Kirschen als nicht begehbare, gliedernde Grünelemente konzipiert. Die Sitzbänke am Rand der Kiesflächen und ein Trinkbrunnen stärken die Aufenthaltsqualität. Die offenen Flächen wirken neben ihren gestalterischen Qualitäten auch der Versiegelung des Platzes entgegen und tragen zur Verbesserung des Mikroklimas bei. Die Bäume, die wegen der neuen topographischen Situation nicht erhalten bleiben können, werden durch die Neupfanzungen ersetzt und ergänzt.

Eine grosse Platanengruppe markiert den Übergang zum urbanen Gassenraum zwischen Oberland Märt und der Überbauung Hirschwiesen. Auch hier sind die Eingangsbereiche zum Gebäude mit Werkbetonplatten markiert, die den Asphalt der Gasse unterbrechen und den Raum rythmisieren. Die ungedeckten Veloständer sind dem Gebäude angegliedert, die bestehenden Baumgruppen bilden einen offenen Übergang zur Parzelle Hirschwiesen und markieren die wichtige Fusswegverbindung zur Pappelnstrasse. Durch die neue Höhensituation des Oberland Märts sind auch auf der Parzelle Hirschwiesen topographische Anpassungen nötig. Am Ende der Pappelnstrasse bringen die neuen Baumgruppen, den baulichen Dimensionen entsprechend mächtige Linden und Ahorne, visuelle Ruhe in den Bereich der Anlieferung. Wie alle Grossbäume auf der Stadtebene wurzeln sie im anstehenden Boden ausserhalb des Bereichs der Tiefgarage.

Gestaltung Dachgarten

Der Dachgarten ist für die Anwohnenden direkt von ihren Wohnungen aus, für Besucher und die Öffentlichkeit über einen Treppenaufgang von Aussen erreichbar. Er ist als reichhaltiger Aufenthaltsraum konzipiert, der Aneignung gestattet und in seinem Charakter an das Bild einer Flussaue erinnert. Kies mit mehr oder weniger dichtem Bewuchs bildet den durchgehenden Bodenbelag des inneren, gemeinschaftlichen Gartens. Hügel gliedern den Raum, schirmen die privateren Bereiche vor den Wohnungen vom gemeinschaftlichen Teil ab und ermöglichen das Wachstum von heimischen Kleinbäumen und Sträuchern aus dem Spektrum der Primärvegetation wie Birke, Zitterpappel und Weide. Zusammen mit ein- und mehrjährigen heimischen Wildpflanzen bilden sie einen Bewuchs variabler Dichte. Spontanaufwuchs ist willkommen, die Nutzung und eine fachgerechte steuernde und erhaltende Pflege bestimmen, wo die Wege offen bleiben und wo die Pflanzen sich verdichten. In diese Dachlandschaft sind auch die Nutzungsangebote integriert: Der Kinderspielplatz und Angebote für freies Spiel verteilen sich dezentral über den Kern des Dachgartens, in dem auch der Gemeinschaftsraum, das Schattendach und Pflanzgefässe für Urban Gardening liegen. Sitzbänke, Spielangebote wie Tischtennis oder Petanque beleben diesen zentralen Raum, Elemente wie Wasserspiel, Dusche, Trinkbrunnen und das gemeinschaftliche Beerenfeld ergänzen das Angebot. In den Randbereichen bieten sich Terrassen mit einem Belag aus Betonbrettern als Aufenthaltsflächen mit Aussicht und Sitzgelegenheiten an. Als Erschliessungswege ziehen sich die Betonplatten weiter rund um die Wohnungen. Die privaten Grünflächen sind nach Ausssen orientiert. Die Wohnungen des östlichen Gebäudeteils erhalten eigene Gärten mit einer intensiven Begrünung, die von einer geschnittenen Hecken gefasst sind. Im Süden und Westen umfassen extensive Dachbegrünungen von hohem ökologischem Wert die Wohnungen. Zwischen den Wohnungen liegen nach innen wie nach aussen begrünte Lichthöfe mit Vorgartencharakter: Die Pflanzbereiche, die von kleinen Mauern gefasst werden, schützen die Privatsphäre, bringen einen weiteren grünen Aspekt auf das Dach und Licht in die Wohnungen.